In großvolumigen Parenteralia (LVPs) und kleinvolumigen Injektionspräparaten dienen Acetatsalze als wichtige physiologische Puffer und metabolische Vorläufer und bieten eine sicherere Alternative zu anderen Standardanionen.
Physiologische Pufferung und Unterstützung des Stoffwechsels
Zwar ist Bicarbonat (HCO₃⁻) der natürliche Blutpuffer des Körpers, doch lässt es sich nicht ohne Weiteres in allen Formulierungskonzentraten oder Infusionsbeuteln verwenden, da es dazu neigt, mit Kalzium oder Magnesium auszufallen und CO₂ freizusetzen, wodurch sich der pH-Wert der Lösung verändert.
Natriumacetat-Trihydrat dient als stabile, hochlösliche Alternative.
Nach der Infusion wird es von Leber, Muskeln und peripheren Geweben im Molverhältnis 1:1 zu Bicarbonat metabolisiert und korrigiert so sicher eine metabolische Azidose, ohne die Stabilität der Formulierung zu beeinträchtigen.
Ausgewogene Elektrolytlösungen
Eine längere Infusion von Standard-Kochsalzlösungen kann aufgrund eines Überschusses an Chloridionen zu einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose führen.
Um dieses Risiko zu mindern, ersetzen moderne ausgewogene Elektrolytlösungen (z. B. Ringer-Acetat) einen Teil des Natriumchlorids durch Natriumacetat-Trihydrat. Darüber hinaus werden Kaliumacetat, Magnesiumacetat-Tetrahydrat und Calciumacetat in maßgeschneiderten pharmazeutischen Formulierungen verwendet, um essentielle Makromineralien in einer chloridfreien Matrix bereitzustellen.