Bei der vorgelagerten Fermentation und der nachgelagerten Aufreinigung von rekombinanten Proteinen, monoklonalen Antikörpern und Peptidhormonen (z. B. Insulin) sind Acetate unverzichtbare Verarbeitungshilfsstoffe.
Fermentation und pH-Regulierung
Bei mikrobiellen Fermentationen erfüllen Ammoniumacetat und Kaliumacetat einen doppelten Zweck.
Sie dienen als hoch bioverfügbare, salzarme Stickstoff- und Kaliumquellen, während das Acetat-Anion als leicht verstoffwechselbare Kohlenstoffquelle fungiert.
Acetat-Puffersysteme, die hauptsächlich auf Natriumacetat-Trihydrat basieren, werden häufig eingesetzt, um eine präzise pH-Regulierung in Fermentern aufrechtzuerhalten und so säurebedingten metabolischen Stress bei den Expressionswirten zu verhindern.
Proteinreinigung und Chromatographie
Bei der Reinigung von therapeutischen Proteinen, wie beispielsweise Hormonen, sind Natriumacetat-Trihydrat und Ammoniumacetat Standardbestandteile der mobilen Phasen.
In der Kationenaustauschchromatographie sorgt ein Essigsäure/Natriumacetat-Puffer für den präzise kontrollierten sauren pH-Wert, der erforderlich ist, damit das Zielprotein eine positive Nettoladung aufweist und sich somit an das Säulenharz binden kann, während Verunreinigungen ausgewaschen werden.
Darüber hinaus wird Ammoniumacetat aufgrund seiner Flüchtigkeit bei der Reinigung synthetischer Peptide und Hormone sehr geschätzt. Bei der anschließenden Gefriertrocknung (Lyophilisierung) oder Vakuumverdampfung sublimiert der Puffer vollständig zu Ammoniak- und Essigsäuredämpfen, wobei ein hochreiner, salzfreier Wirkstoffkuchen zurückbleibt.